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Was tun?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

15.10.2019 | 18:36 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Bohnet, gerne würde ich Sie um einen Rat bitten. Ich bin im Moment wegen Erschöpfung wegen psychischer Beladtung krankgeschrieben. Ein paar Daten zu mir:

54 Jahre

1,68 m

79,8kg

TSH: 0,14 (T4 100%, T3 74%)

Hysterektomie 2010 mit erhaltenem Muttermund

Vit. D 23

früher Gelbkörperschwäche

Migräne mit Aura, neuerdings mit stundenlangem starken Schwindel, früher oft bei Hormonsbfall, gerne auch unter Utrogest-Substitution

Im August kompletter Zusammenbruch mit Verdacht auf Herzinfarkt in den ersten Urlaubstagen nach Bestehen der Probezeit im neuen Job.

Starke Hitzewallu gen, besonders bei stressigen Situationen.

Seit Monaten sehr labil, schnell zu stressen, keine Freude mehr, von allem überlastet - bester Ort mein Bett!

Aussage der Gyn, dass das halt die WJ seien und das halt so ist.

Sie verschrieb mir Gynokadin und Famenita 100 und empfiehlt mir, dies mal kontinuierlich auszuprobieren. Ein Versuch mit dem niedrigst dosierten Östrogenpflaster musste ich nach 3 Wochen abbrechen, weil ich abrupt Angstattacken bekam, die sich nach Absetzen wieder auflösten.

Eigentlich dachte ich, dass ich mit fast 55.Jahren mit den WJ durch wäre.

Die Schilddrüse wird momentan im Wechsel von 75 und 50 neu justiert. Nur unter den 75 habe ich nun angefangen, pro Monat ein Kilo anzunehmen.

Wie kann ich mich psychisch wieder stabilisiere? Ich halte nichts mehr aus und riskiere nun auch noch meinen Arbeitsplatz. Vielen Dank im Voraus für Ihre Empfehlung. 

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Experte-Bohnet
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16.10.2019, 07:02 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Das tut mir leid, dass es Ihnen so schlecht geht! In der Tat dürften viele Symptome mit WJ zusammen hängen. Da Ö den Tiefschlaf fördert, empfehle ich Ö Gel vor dem Schlafengehen auf zu tragen. Tasten Sie sich mal mit einem Hub heran! Eine von den Fachgesellschaften empfohlene Kombination ist, auch eine kleine Menge des Antidepressivum Paroxiten morgens (10 mg) ein zu nehmen.

Das TSH sollte in Ihrer Altersgruppe relativ hoch, d.h. bei 2,5 und mehr liegen; also sollten Sie das L-T reduzieren. In % kann man die Werte nicht ausdrücken; das ist leider Unsinn. Schicken Sie ggf. die absoluten Werte für fT3/4.

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16.10.2019, 10:59 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Prof. Bohnet,

 

gerne ergänze ich um die realen Blutwerte:

freies T3: 4,8 (Referenz 3,1-6,5), 74%

freies T4: 21,9 (Referenz: 10,3-21,9), 100%

TSH: 0,14 (0,3-3,8)

 

Die Prozentangaben bezogen sich auf die Referenzwerte im oberen Bereich. 

Noch eine ergänzende Frage:

Kann es sein, dass fehlendes Progesteron die "Nutzung" des L-Thyroxin verändert? Es scheint mir sehr seltsam, dass ich trotz der hohen SD-Werte vernachlässigbar wenig abnehme. Ich esse glutenfrei und milcheiweißfrei und insgesamt getreide- und zuckerarm. Sehr viel Gemüse, kaum Obst. Und ich habe seit der SD- Unterfunktion immer ein zu hohes LDL und Gesamicholesterin (HDL 60, LDL oft über 225), Die Unterfunktion besteht seit 30 Jahren. Gibt es einen Zusammenhang von SD-Hormonen und Ö oder Prog.?

 

Vielen Dank für Ihre Einschätzung,

Mit freundlichen Grüßen 

Sonja65

Experte-Bohnet
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17.10.2019, 06:42 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Die SD-Funktion wird praktisch nicht durch die Eierstockshormone beeinflusst! Dann müsste das auch im Zyklus passieren! Wenn Sie mit der SD-Funktion "scharf" eingestellt sind, nehmen Sie eher zu als ab! Also TSH um 2,5! Es sollten die freien SD-Hormone, als fT3/4 bestimmt werden und nicht das Gesamt-T4 wie bei Ihnen erfolgt,

Solange das Non-HDL unter 200 liegt, sind die Werte Ok, also 225 - 60 = 165!