Verzweiflung: Blutungen unter HT Gebärmutterentfernung angeraten

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

07.03.2019 | 11:21 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin ziemlich verzweifelt und fühle mich von meiner Gyn ein wenig im Stich gelassen.

Ich bekomme seit dem 28.01.2019 eine Hormontherapie mit Gynokadin Gel und 2 mg Chlormadinon.
Hintergrund war, dass ich im Jahr 2018, so ab März, stärkere Beschwerden hatte mit Hitzewallungen, die quasi den ganzen Tag andauerten. Ein ständiges Hochfahren, aber nicht mit starken Schweißausbrüchen, gefolgt von Schüttelfrost. Den Termin bei der Gyn bekam ich dann für den 23. 01.2019. Früher war nichts möglich.

Ich bin 50 Jahre alt, 1,70 Meter groß, wiege ungefähr 68 Kilos, habe einen niedrigen Blutdruck von in der Regel 80:60, manchmal auch 100:80, diesen aber schon von Kindesbeinen an.

In der Phase bis zum Beginn der Hormontherapie habe ich mir mit Beratung des Apothekers mit Remifemin beholfen, was nach einiger Zeit meine Beschwerden, bis auf die Gelenkschmerzen und die Schleimhauttrockenheit auch linderte.

Nun meinte die Gyn im Januar, ich solle mit 2 Hub Gynokadin Gel (je einen morgens und einen abends) und 2 mg Chlormadinon beginnen und beides ohne Pause durchgehend nehmen.

Dieses tat ich am 28.01.2019. Meine Hitzewallungen kamen zurück, weniger häufig und nicht ganz so ausgeprägt, aber sie waren wieder da. Das Remifemin hatte ich abgesetzt.
Darauf folgte am 6. Februar eine leichte Blutung für zwei Tage.
Danach hatte ich vom 12.02.2019 bis zum 22.02.2019 starke Blutungen. Ein erneuter Termin bei der Gyn am 20.02.2019 ließ mich ratlos zurück. Die Schleimhaus sähe unauffällig aus, sie wisse nicht, woher die Blutungen kämen. Es wäre wohl eine "kleiner Zipfel veränderter Schleimhaut zu sehen", es könne eine Adenomyose sein.

Sie meinte dann, ich solle mir einfach die Gebärmutter entfernen lassen, ich bräuchte sie ja eh nicht mehr und hätte sie nie gebraucht (dieses ist ein Zitat!), dann würden auch die Blutungen aufhören. In all den Jahren vorher wurde nie etwas in Richtung Adenomyose gesagt.

Ich könne aber auch versuche, das Gynokadin Gel auf 1/2 Hub morgens und abends zu reduzieren, das Chlormadinon unverändert bei 2 mg zu belassen.
Dieses probierte ich aus. Nach der Reduzierung des Gynokadin Gels wurden die Blutungen weniger und hörten am 27.02.2019 dann auf.

Und nun habe ich seit gestern wieder Blutungen, trotz Reduktion auf 1/2 Hub Gel.

Zudem habe ich seit Beginn der Behandlung starke Wassereinlagerungen. Mein Gewicht schwankt täglich um bis zu 3 Kilos.

Ein Blutbild oder sonstige Unterschungen wurden nicht gemacht.

Vielleicht ist es hilfreich zu wissen, dass ich 2016 die Pille (Diane 35) auf anraten der Gyn abgesetzt habe. Hiernach bekam ich für 4 Monate ganz normal meine Regel, völlig problemfrei, ohne PMS, Wassereinlagerungen oder sonstige Beschwerden.
Zeitgleich habe ich durch Kalorienreduktion und Sport 25 Kilo abgenommen und meine Regel blieb dann irgendwann aus. Dieses habe ich auf die Diät und das Alter geschoben.

Nun bin ich verzweifelt und ratlos, was ich machen soll. Andere Gynäkologen hier haben ähnlich lange Wartefristen wie meine. Ich möchte aber auch nicht ständig Blutungen haben, zumal mir seit der Behandlung auffällt, dass ich stärke Stimmungsschwankungen habe, was ich von mir nie kannte.

Kann ich an der Dosierung des Gels und der Tabletten etwas ändern?
Oder soll ich eventuell die Behandlung abbrechen?

Ich bin für jeden Rat dankbar, da ich mir ungerne die Gebärmutter entfernen lassen möchte, nur um unter Gynokadin und Chlormadinom keine Blutungen mehr zu haben. Denn die hatte ich vorher ja auch nicht.

Traurige Grüße
Juliandra



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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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11.03.2019, 16:01 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

An sich ist gegen den Therapievorschlag, ein Gestagen mit Östrogen Gel zu kombinieren, nichts ein zu wenden. Aber der Rat, nun plötzlich die GBM entfernen zu lassen, würde ich auch als nicht angemessene Reaktion interpretieren.

Mit 50 haben Sie noch eine sog. Restaktivität der Eierstöcke, die sehr wechselhaft sein kann, d.h. mal wird mehr, mal weniger Östradiol gebildet und praktisch kein Progesteron. Durch die Einnahme von CMA soll diese "geglättet" werden, was offensichtlich bei Ihnen nicht vollständig gelingt. Nehmen Sie das CMA zum Abendbrot?! Bei Ihrem KG hielte ich derzeit die Dosierung von 2 x 1/2 Hub oder einfacher abends vor dem Schlafengehen 1 ganzer Hub für ausreichend. Ich würde allerdings, damit es nicht zu Schmierblutungen kommt, sondern wenn schon, dann zu einer geplanten Abbruchblutung folgendermaßen vorgehen.

4 Tage Pause, dann Ö-Gel und CMA über 24 Tage, dann wieder 4 Tage Pause usw. Wenn dann in der Pause 3 Monate keine Blutung gekommen ist, könnten Sie die Anwendung wieder durchgehend vor nehmen!

Nehmen Sie zum Erhalt der Knochendichte Vit D?