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Progesteronunverträglichkeit/Femoston 1/10

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage an Experte-Bohnet

04.08.2013 | 20:39 Uhr

Guten Tag Herr Prof. Bohnet,
ich nehme jetzt den dritten Zyklus Femoston. Bin 47 Jahre alt und leide seit 1,5 Jahren unter Wechseljahrbeschwerden. Meine Beschwerden fingen an, nachdem ich 3 Monate Mönchspfeffer, wegen Brustzysten, verschrieben bekam und diesen auch einnahm. Nach Absetzen des Präparats litt ich unter Schlafstörungen und bekam Depressionen, die ich zuerst nicht erkannte. Nach einer Odyssee an Arztbesuchen, habe ich im Juli 2012 darauf bestanden einen Hormonstatus, im Blut, durchzuführen. Es wurde ein Progesteronmangel festgestellt. Daraufhin schmierte ich 2 %-ige Progesteroncreme. Ab dieser Zeit litt ich dann noch unter Nachtschweiß und meine Schlafstörungen wurden noch schlimmer.

Am 3. Dezember machte ich auf eigene Kosten einen Speicheltest, mein Progesteronspiegel lag bei 4.512 pg/ml (Referenz 100/450 pg/ml) das DHEA bei 183 pg/ml (Referenz 130-490 pg/ml) das Östradiol bei 0,8 pg/ml (Referenz bei 0,8 pg/ml-18,8 pg/ml). Habe das Progesteron dann sofort abgesetzt. Ich bin erneut zu meiner FAin, Sie verschrieb mir dann Fermoston 1/10. Ich nahm dieses Präparat dann einen Zyklus ein. In der 1. Zyklusphase konnte ich hervorragend schlafen, in der 2. fingen die Schlafstörungen und der Nachtschweiß erneut an. Nun kamen noch Gliederschmerzen hinzu.

Da meine Mutter mit 49 Jahren an Brustkrebs erkrankte, wollte ich nie Hormone einnehmen. Ich habe mich nach der Geburt meiner 2 Kinder im Alter von 32 Jahren sterilisieren lassen.
Ich bin deshalb zu einer FAin (Privatarzt) gewechselt. Sie war sehr überrascht, dass ich die 2 % Progesteroncreme überdosiert hatte und meinte, dass ich nun täglich eine Tropfen Gynokadingel und ab dem 15. Zyklustag 1-mal täglich eine erbsengröße 2 %-ige Progesteroncreme schmieren solle. Sobald ich Progesteron schmierte ging es mir wieder bescheiden. Nach einem weiteren Besuch und mehren E-Mails wollte Sie mir 10-ige Progeteronkapsel verschreiben. Ich erklärte ihr, dass ich vermute, dass ich das Progesteron nicht vertrage, daraufhin meinte sie, das könne nicht sein.

Im April bin ich dann zu einer FA-Ärztin gewechselt, die ebenfalls mit naturidentischen Hormonen behandelt. Auf Anraten von ihr habe ich dann Estrogen und Progesteron weggelassen und am 14. Zklustag erneut einen Speicheltest gemacht (Eisprung war am 12. ZT) In diesem Zyklus ging es mir besser. Das Ergebnis des Speicheltests Östradiol 9,1 pg/ml (Referenz 0,8-10,8 pg/ml), Progesteron 451 pg/ml (Referenz 100-450 pg/ml). Da ich ihrer Meinung paradox auf Progesteron reagiere verschrieb Sie mir Fermoston 1/10. Habe sie dann darüber informiert, dass ich in der 2. Zyklushälfte nach dessen Einnahme im Dezember, wieder unter Nachtschweiß und Schlafstörungen gelitten habe, daraufhin verschrieb sie mir Fermoston 2/10. Bei Einnahme des Präparats ging es mir psychisch viel besser. Nun schwitzte ich aber immer noch nachts und plötzlich bekam ich Sehstörungen und mein Nacken schmerzte. Daraufhin hat sie mir doch Fermoston 1/10 verschrieben. In der 1. Zyklushälfe geht es mir nun nach 3 Zyklen viel besser, ich schwitze nachts nicht mehr, wache zwar weiterhin auf, kann aber meistens wieder einschlafen. Nun bin ich im 3. Zyklus wieder in der 2. Zyklushälfte (= 16. Zyklustag) und bekomme nachts wieder extreme Schweißausbrüche und kann nicht mehr schlafen. Ich denken, dass ich das Gestagen nicht vertrage. Ich bin total verzweifelt. Kann ich das Präparat einfach absetzen? Habe jedoch Angst, dass es mir psychisch wieder schlechter geht. Kann man auch mitten im Zyklus auf ein anderes Präparat wechseln?

Ich hoffe, dass ich Sie mir meinen Ausführungen nicht erschlagen habe und würde mich freuen, wenn Sie mir einen Rat geben könnten

Freundliche Grüße
Angelika

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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05.08.2013, 07:03 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Hallo Angelika, da sind Sie vom Regen in die Traufe gekommen! Warum sind Sie nicht zu einem Endokrinologen?! Da hätten Sie sich viel ersparen können, auch Geld!- Ich bin immer wieder erstaunt, wie Pat. sich von Wichtigtuer abzocken lassen!
Progesteron geht kaum durch die Haut, deshalb kann man es nicht überdosieren. Die Speichelteste sind nur Geldmacherei und wissenschaftlich nicht akzeptiert!
Dass Sie in den WJ sind, weiß jeder, erstens wg. Ihres Alters, zweitens wg. Ihrer Symptome.
Das Präp ist grundsätzlich akzeptabel, hat aber zu viel Estrogen mit 2 mg!
Das Gestagen ist eigentlich gut, führt aber nicht zur sog. negativen Rückkoppelung.
Wie groß, schwer?!
Für la femme gibt es ein 1 mg E Präp, mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Besorgen Sie es sich und nehmen zum Abendbrot 1 Dragee über 24 Tage; dann 4 Tage Pause, in der es meist zu einer leichten Menstruation kommt, und Wiederaufnahme der Therapie.
Erst mal alles Gute!

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05.08.2013, 16:47 Uhr
Kommentar

Hallo Herr Prof. Bohnet,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich habe bereits nach dem 1. Einnahmezklus auf Femoston 1/10 umgestellt. Erstaunlich ist, dass ich in der 2. Zyklushälfte wieder unter Nachtschweiß leide.

Meine jetzige Frauenärztin ist auch Endokrinologin.

Was bedeutet negative Rückkopplung des Gestagens?

Ich bin 162 cm groß und wiege 61 kg. Mache seit Jahren 3x in der Woche Sport.

Kann man mitten im Zyklus auf ein anderes Präparat umsteigen, oder ist es sinnvoll Femoston 1/10 bis zum Ende einzunehmen?

Freundliche Grüße
Angelika

Experte-Bohnet
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06.08.2013, 06:35 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Nein, besser ist es, ein Präp zu Ende zu nehmen.
Das Gestagen muss eine stärkere Wirkung auf das Zwischenhirn haben.
Es gibt auch ein Präp, welches zu Ihrem Vornamen passt!