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Progesteron durchgängig einnehmen?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

07.06.2021 | 17:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Bohnet,

ich bin 47 Jahre und Mutter von 4 Kindern. Vor einiger Zeit traten bei mir wie aus dem Nichts Herzrhythmusstörungen in Form von Extrasystolen (hauptsächlich abends und nachts) auf in Verbindung mit massiven Schlafstörungen (Durchschlafstörungen, teilweise ganze Nächte wach), Hitzewallungen nachts und teilweise tagsüber, extreme Unruhe und Antriebslosigkeit. Organisch wurde alles abgeklärt - es war kardiologisch alles bestens. Internist und Kardiologe kamen zu dem Ergebnis, dass Stress die Ursache sei und außerdem seien die Beschwerden für mein Alter typisch. Ich habe mich in dieser Zeit aber auch viel belesen und bin auf die Hormone als Ursache meiner Beschwerden gestoßen.

Nach einem Termin bei meiner Frauenärztin verordnete diese zunächst Feminon C, was aber keine Wirkung zeigte. Insbesondere wegen der Schlafstörungen sind wir dann auf Utrogest 100 mg umgestiegen. Ich nahm ab dem 17. Zyklustag bis zum 26. Tag abends vor dem Schlafengehen 1 Kapsel und vom 1. Tag an waren alle Beschwerden wie weggeblasen. Ich schlief die ganze Nacht wunderbar, war tagsüber gut gelaunt und voller Energie und hatte auch keine Extrasystolen mehr. Nach Weglassen der Kapseln ab dem 27. Tag begannen die Schlafstörungen sofort wieder, ebenso die anderen Probleme (Extraschläge nicht so massiv). Direkt nach dem Absetzen von Utrogest setzte eine Schmierblutung ein, die dann am 2. Tag in eine ganz leichte Blutung überging. Ansonsten hatte ich vor der Einnahme von Utrogest einen weitgehend regelmäßigen Zyklus von ca. 28 Tagen, allerdings mit sehr starken Blutungen über mehr als eine Woche. Auch wurde vor einem Jahr ein Myom in der Gebärmutter festgestellt, dass nur geringfügig gewachsen ist.

Wäre es sinnvoll, das Utrogest länger einzunehmen und nur wenige Tage zu pausieren? Da ich beruflich stark gefordert bin und auch mit meinen Kindern und der Familie aktiv sein möchte, machen mir insbesondiere die Schlafstörungen zu schaffen und Schlafmiitel sind für mich nicht wirklich eine Alternative und schon gar keine Dauerlösung.

Für Ihre Rückmeldung vorab schon einmal ganz herzlichen Dank,

Herzliche Grüße 

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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07.06.2021, 20:02 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Erfahrungsgemäß dürfte es noch ca. 5 Jahre dauern, bis Ihre Eierstöcke weitgehend erloschen sind. Bis dahin dürften Zyklen unterschiedlicher Qualität ablaufen und es entwickelt sich ein Östrogenmangel. 

Ja, das Progesteron verbessert die Schlafqualität, aber, wie Sie erlebten, es können (Dauer-) Schmierblutungen eintreten. Insofern empfehle ich, da meine Pat. sehr gute Erfahrungen gemacht haben, das Legen einer Hormonspirale, welche mehr als 5 Jahre zuverlässig Blutungen unterdrückt. So könnten Sie jeden Abend eine Progesteron-Kapsel einnehmen, ohne dass etwas "passiert". Bei Bedarf könnten Sie dann auh zusätzlich Östradiol in Form eines Spray, Gel oder Pflaster anwenden.

Gewicht?

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07.06.2021, 20:10 Uhr
Antwort

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung.

Mein Gewicht beträgt bei 1,68 m Grösse ca. 70 kg.

Dachten Sie an die Spirale wegen der Verhütung? Oder nur wegen des Risikos der Dauerschmietblutungen?

Verhütung ist bei uns kein Thema mehr, weil mein Mann sich nach dem letzten Kind hat sterilisieren lassen.

Experte-Bohnet
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08.06.2021, 07:25 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Nein, die Verhütung steht nicht im Vordergrund, sondern die Wirkung des Hormons in der GBM, damit keine Blutungen auftreten und Sie außer Ö nichts Anderes anzuwenden haben!

Viele meiner Pat. sind von dem Vorgehen begeistert, auch wenn sie anfänglich kritisch waren! Aber es muss natürlich jede für sich entscheiden!

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08.06.2021, 08:54 Uhr
Antwort

Guten Morgen,

vielen Dank für Ihre Ratschläge, ich werde die weitere Vorgehenswrise mit meiner Frauenärztin besprechen.

Noch zwei Nachfragen:

Ist das bei mir festgestellte Myom in der Gebärmutter nicht ein Hinderungsgrund für die Spirale?

Die Hormonspirale gibt ja auch Gelbkörperhormon ab. Ist dann die tägliche zusätzliche Einnahm von Progesteron - wie Sie es in Ihrer ersten Antwort vorgeschlagen haben - nicht zu viel?

Viele Grüße und einen guten Tag!