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Hormonersatztherapie bei Lipoprotein A Erhöhung

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

24.11.2022 | 19:49 Uhr

Lieber Herr Prof. Bohnet,

ich bin 50 Jahre und habe kaum mehr Blutungen, aber mir geht es gut und ich habe keine Wechseljahrsbeschwerden. Vor einigen Monaten wurde bei einer Blutentnahme ein erhöhter Lipoprotein A Wert festgestellt (172 nmol/l). Auch hatte ich in der Doppleruntersuchung der Carotiden auf einer Seite bereits kleine Veränderungen. Ich nehme jetzt ein Statin ein, mein LDL-Wert liegt bei 70. 

Meine Frauenärztin meinte jetzt, dass ich zusätzlich von einer HRT profitieren könnte, um meine Fettwerte positiv zu beeinflussen. Daher nehme ich seit 2 Mon. abends einen Hub Gynokadin und 200mg Progesteron oral. Leider hat sich der LipA-Wert nicht gesenkt. Jetzt meinte Sie, dass ich auf ein orales Präparat wechseln könnte. Sie empfahl mir Bijuva. 

Wie sehen Sie das? Ist das sinnvoll in der Risiko-Nutzen-Abwägung? KAnn das Präparat eine signifikante LipA-Reduktion bewirken?

Außer diesem Laborwert habe ich übrigens keinerlei Risikofaktoren für Arteriosklerose.

Vielen Dank für Ihren Rat und einen schönen Abend.

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Experte-Bohnet
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25.11.2022, 04:35 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Offensichtlich haben Sie eine familiäre Disposition für erhöhte Blutfette; insofern ist gut, dass Sie ein Statin einnehmen! Welches, wieviel? Körpermaße?

In der Tat lässt sich das Lipo a nicht durch Ö beeinflussen, allenfalls das HDL-Chol; wo liegt das?

Ich würde die derzeitige Therapie nicht ändern. Aber eine gute Alternative wäre, wenn Sie sich zum sog. Schutz der Schleimhaut eine sog. Hormonspirale legen lassen, damit keine Blutungen, auch nicht unter Anwendung von Ö auftreten. Die Wirkung ist über 8 Jahre. Dann könnten Sie "nur" Ö-Gel auftragen! Diese Art der Therapie hat praktisch keine NW und wirkt sich sehr positiv auf das Stoffwechselrisiko und das Brustkrebsrisiko aus!

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25.11.2022, 07:58 Uhr
Antwort

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich trage kurz die fehlenden Informationen nach:

Ich nehme 10 mg Rosuvastatin ein. Körpermaße sind 182 cm und 67 kg. HDL liegt hoch bei 118 mg/dl.

Jetzt habe ich noch Fragen:

Was wäre denn der Vorteil einer Progesteronspirale gegenüber der oralen Einahme?

Ist die Dosierung mit einem Hub Östrogen und 200 mg Progesteron ansonsten so gut?

Wäre es besser, das Östrogen oral einzunehmen als Kombipräparat aus körperidentischen Hormonen, um vielleicht doch einen besseren Effekt auf den Stoffwechsel zu erreichen? Meine Frauenärztin meinte, dass es so direkter in der Leber wirken kann...

 

Vielen Dank und herzliche Grüße

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25.11.2022, 08:13 Uhr
Antwort

Noch ein kurzer Nachtrag:

Ist es überhaupt sinnvoll für mich, Hormone zu nehmen, wenn ich keinerlei Beschwerden habe?

Vielen Dank...

Experte-Bohnet
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25.11.2022, 17:04 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Grundsätzlich die Einnahme von Ö mehr NW als die transdermale Anwendung.

Sie sind gut eingestellt, auch mit den Hormonen und können die Therapie durchaus fortführen.

Bei Arteriosklerose-Risiko (wg Lipo a!) ist die ausschließliche Anwendung von Ö besser als die kombinierte mit Prog. Aus heutiger Sicht würden Sie ja die Therapie 10 J oder länger durchführen!