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Haarausfall - welche Hormone?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

13.10.2020 | 17:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Bohnet

Per Zufall bin ich auf diese interessante Seite mit Ihren Beratungen gestossen. Ich hoffe, Sie können mir helfen..

Ich bin 56 Jahre alt und merke eigentlich nicht viel von den Wechseljahren ausser dass mich ein ein extremer Haarausfall seit Monaten verzweifeln lässt. Ich habe 27 Jahre lang (im Alter von 26 bis 53) Diane35 eingenommen, dann 3 Jahre lang Climen, bis sie bei uns in der CH ausser Handel waren. Also Jahrelang Cyproteronacetat, was ich immer super vertragen habe. Seit einem Jahr nun nehme ich Femoston 2/10. Meine Tage hatte ich bisher immer noch regelmässig, allerdings schien es bei der letzten Packung Climen, dass sie langsam aufhören würde aber mit Femoston wurde sie wieder „normal stark“. Die ersten sicher 6 Monate hatte ich noch keinen Haarausfall bemerkt, erst ca ab Mai ist es mir aufgefallen, habe es aber noch locker genommen. Seit Juli aber ists so richtig los gegangen mit anstatt normalerweise 15-20 Haare pro Tag, gehen ca. 100-200 pro Tag aus. Das tönt ja nicht weiter schlimm und liegt im normalen Bereich, aber ich habe von Natur aus viel weniger Haare als der Durchschnitt. Auf jeden Fall habe ich jetzt absolute Panik, weil man schon vor dem Haarausfall die Kopfhaut durchschimmern sehen konnte und man bzw. frau ist so hilflos:-((
Nun meine Frage: soll ich mir wieder die Climen verschreiben lassen (in der BRD ist sie noch im Handel und wäre für mich gut organisierbar). Oder wäre es sinnvoller, z. Bsp. die Femoston mono 2 mg plus ein Viertel von Androcur (=2.5 mg CPA) kontinuierlich zu nehmen? Oder ist der Haarausfall gar nicht aufgrund des Testosterons (Blutwerte siehe Anhang) denn vor einem Jahr ohne Haarausfall hatte ich die selben Blutwerte. Oder was kann ich machen??
Ihr werter Rat würde mich freuen.
Liebe Grüsse, Miri

PS: Wie kann ich den Anhang senden?

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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13.10.2020, 20:31 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

In Ihrer Altersgruppe werden eigentlich keine männlichen Hormone in einem Ausmaß gebildet, welche zum Haarausfall führen. Insofern könnten jetzt andere Gründe vorliegen. Leider ist nicht vorgesehen, dass Befunde angehängt werden, aber Sie könnten ja die wichtigsten Wert, d.h. Testo, Androstendion, DHEAS und SHBG mitteilen.

Die Idee eine Viertel A einzunehmen hielte ich nicht für falsch, da möglicherweise Ihr Körper an die jahrlange Einnahme von CPA sich "gewöhnt" hat. Aber dies müssten Sie auch mit Ihrem FA vor Ort abstimmen.

Gewicht, Ferritin, Zink?!

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14.10.2020, 09:28 Uhr
Kommentar

Herzlichen Dank für Ihre prompte Antwort.

Es gibt doch die Art Haarausfall, wo die Haarwurzeln "allergisch" auf das Testosteron sind, ich glaube deshalb hat man mir damals vor 30 Jahren die Diane verschrieben, denn ich hatte weder Akne noch Hirsutismus. War und bin immer sehr dünn 53kg/170 cm also eher burschikos drahtig ohne Fett, statt weiblich - was sich aber in der Diane-Zeit schon verbesserte.

Ca. 3 Wochen lang vor den u. g. Werten habe ich jeden Tag 100mg Eisen eingenommen, deshalb ist der Ferritinwert bei 66, ich nehme an, vorher war er aufgrund der stärkeren Menstruationen sicher tiefer. Das könnte ev auch der Grund für den diffusen Haarausfall sein. Aber dann sollte er doch nach 2 Monaten aufhören oder nicht?

Die BW sind scheinbar alle i.O. ausser SHBG?? Folsäure und B12 sind auch zu hoch da ich VitB-Komplex eingenommen habe - hat dies ev. auch einen Einfluss auf den HA? Ich werde alles dann noch mit dem Gynäkologen besprechen, aber ich bin froh über Ihre Meinung bzw. über Ihren Rat. 

Progesteron 0,2 nmol/l

Estradiol E2 367 pmol/l

Testosteron 0,5 nmol/l
Andeostendion 2,0 nmol/l
LH 60,6 U/l
FSH 89,7 U/l
Prolactin 23,5 mU/l
SHBG >180 nmol/l
fT3 4,3 pmol/l
Ferritin 66 Microg/l
Hämoglobin 14,2 g/dl
D3 102 nmol/l
B12 831 pmol/l
Folsäure >54.4 nmol/l
Zink 13,5 Micromol/l

Experte-Bohnet
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14.10.2020, 23:34 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

ja, da gibt es die Theorie!

Die Werte sind alle ok und das hohe SHBG ist Ausdruck einer hohen Östrogenwirkung bzw. -Dosis! Alles Gute!