HET nach prophylaktischer Eierstock- und Eileiterentfernung

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

24.01.2019 | 22:33 Uhr

Guten Abend,

 

ich bin 46 Jahre alt und habe mir aufgrund einer umfangreichen Familienanamnese (dreimal Ovarialkarzinom in der Linie meiner Mutter) letzte Woche prophylaktisch die Eierstöcke und Eileiter entfernen lassen. Eine vorhergehende genetische Testung bei mir ergab Chek2 positiv.

Aktuell habe ich noch keine Wechseljahrsbeschwerden (außer plötzlich Hautirritationen (Akne) im Gesicht), bin aber sicher, dass das in den nächsten Tagen (Wochen?) noch kommen wird. Zumindest wurde mir das von allen Ärzten gesagt.

Um das Osteoporose- und Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko (neben den Wechseljahrsbeschwerden) zu mindern, denn das ist durch den operativen Eingriff ja erhöht worden, empfahl man mir eine Hormontherapie mit dem Präperat Lafamme (niedrige Dosierung, durchgehende Einnahme).
(Da Lafamme sich wohl positiv auf die Haut auswirkt, wählte meine Frauenärztin dieses Präparat)

Wg. des damit verbundenen Brustkrebsrisikos bin ich etwas zögerlich. (Von naturidentische Hormone wurden mir vielfach abgeraten.)

Können Sie mir Ihre Einschätzung geben

-  wie lange es ca. dauert, bis die Wechseljahrsbeschwerden eintreten?

- ob o.g. Hormonpräparat in meinem Fall geeigent ist?

Gäbe es eine Alternative (Yamswurzel)?

Soll ich gleich mit der Hormontherapie starten, oder erst dann, wenn die ersten Beschwerden kommen?

Für eine kurze Antwort wäre ich überaus dankbar.

Viele Grüße

Elouis

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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25.01.2019, 08:08 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Aufgrund der Tatsache, dass Ihre Eierstöcke operativ entfernt wurden, würde ich in der Tat zur Einnahme diesen Präps raten; es hat sich über 20 J bewährt! Sie können sich glücklich schätzen, dass Sie noch keine extrem WJ-Beschwerden bekommen haben; meist treten diese innerhalb von Wochen sehr heftig auf. Das Präp hat eine sog. negative Rückkoppelung, welche durch die u.g. Hormonanwendung nicht zustande kommt. Aber im  Sinne einer Stufentherapie würde ich ohnehin empfehlen, dass dann mit zunehmendem Alter auf eine transdermale Therapie über gegangen wird, d.h. Östrogen Gel und da Sie ja wohl die GBM noch haben, zus. Progesteron. Yams ist nich ausreichend!

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25.01.2019, 21:42 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Herr Dr. Bonet,

ich danke Ihnen herzlich für Ihre schnelle Antwort.

Gerne möchte ich noch eine Frage loswerden:

Würden Sie mir empfehlen, jetzt direkt mit der Einnahme zu starten, oder einfach mal abwarten, bis ich tatsächlich Beschwerden habe? Meine Frauenärztin sagte, dass meine noch vorhandenen Hormondepots eher klein wären, da ich recht schlank bin (53kg bei 1,65m) und die Nebenwirkungen der OP sicher nicht lange auf sich warten lassen würden.
Da ich bisher noch gar nichts merke, tue ich mich etwas schwer damit schon jetzt mit der Hormoneinnahme zu starten. Oder sollte ich die Medikation auch unter dem Aspekt der Minderung des Osteoporose- und Herz-Kreislauferkrankungsrisiko sehen?

Für eine kurze Rückmeldung wäre ich Ihnen riesig dankbar.

Beste Grüße

Elouis

Experte-Bohnet
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26.01.2019, 07:15 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Die Erfahrung zeigt, dass es besser ist, sofort zu beginnen!

Sie sollten auch bald Ihre Knochendichte messen lassen und mindestens 2000 E Vit D einnehmen!