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HET in meinem speziellen Fall

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

09.03.2025 | 17:06 Uhr
Guten Tag Herr Prof. Dr. Bohnet,
 
ich habe sowohl eine Frage zum Progesteron als auch zum Östrogen als bioidentische Hormone mit meiner Vorgeschichte. Ich habe keine Gebärmutter mehr, aber die Eierstöcke noch. Mein Hormonwerte waren:
 
17.10.24:
Östrogen: 30,84 pg/ml
Progesteron: 0,16 ng/ml
 
31.10.24: 
Östrogen: 28,25 pg/ml
Progesteron: 0,07 ng/ml
 
An Symptomen, die zu den Wechseljahres-Symptomen zählen, habe ich depressive Vestimmungen, teilweise schon sehr extrem, und den sog. "Brain Fog". Ich vergesse Einiges und bin gar nicht mehr stressresistent, fühle mich manchmal den Anforderungen im Alltag und v. a. im Job nicht mehr gewachsen.
Außerdem wurde bei mir das Empty-Sella-Syndrom im MRT festgestellt. Eine Hormondiagnostik steht noch aus.
 
1. Frage zu Progesteron:
Ich nehme seit ca. 5 Wochen bioidentisches Progesteron, damit meine depressiven Stimmungsschwankungen weniger werden. Das hat auch geholfen und mir geht es diesbezüglich schon besser. Da ich keine Gebärmutter mehr habe und somit das Progesteron nur die Stimmung verbessern soll, frage ich mich, ob ich statt der Tabletten auch eine Progesteroncreme zur transdermalen Anwendung verwenden kann, um meine Leber zu schonen. Würde diese den gleichen Effekt bringen?
 
2. Frage zu Östrogen:
Meine Großmutter väterlicherseits hatte Brustkrebs. Mein Vater hatte Speiseröhren-, Prostata- und Rachenkrebs. Und ich selbst hatte auch schon ein Sarkom und ein Karzinom im Mund. Daher ist bei mir die Angst, unter Östradiol auch an Brustkrebs zu erkranken groß, zumal ich mehrere Fibroadenome und Mikrokalk in der Brust habe. Zudem hatte ich letztes Jahr ein paar Monate 1 Hub Gynokadin am Abend genommen. Nachdem ich das abgesetzt und vor ca. 5 Wochen mit dem Progesteron begonnen habe, ist ein kleines Knötchen nicht mehr tastbar und ein größeres Knötchen kleiner geworden. Östrogen käme für mich v. a. zur Vorbeugung von Kreislauferkrankungen und Osteoporose in Frage. Würden Sie mir als Experte bei meiner Vorgeschichte die Verwendung von bioidentischem Östradiol empfehlen oder eher davon abraten?
 
Ich wende mich an Sie, da ich mich von meiner eigenen Frauenärztin schlecht beraten fühle, und danke Ihnen vielmals für die Beantwortung meiner Fragen.
 
Mit freundlichen Grüßen

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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09.03.2025, 17:45 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Wenn Sie mir noch Ihr Alter und Ihre Körpermaße verraten, kann ich im Detail besser auf Ihre Fragen eingehen!

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10.03.2025, 06:05 Uhr
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Ich bin 46 Jahre alt und wiege 50 kg bei 164 cm Körpergröße. 

Experte-Bohnet
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10.03.2025, 16:09 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Danke für die Ergänzung! So kann ich die Situation besser einschätzen!

Progesteron geht im Gegensatz zum Ö kaum durch die Haut und ist deshalb als Creme etc. so gut wie unwirksam, wird aber dennoch aufgrund guten Marketings verkauft!

Wenn P eingenommen wird, hat es einen berühigenden und Schlaf verbessernden Effekt, der weitgehend verloren geht, wenn die Kapsel vaginal angewendet wird, obwohl das P ansonsten seine andere Wirkung entfaltet.

Die Leitlinien der Fachgesellschaften sehen vor, dass Frauen ohne GBM nur Ö anwenden sollen; dadurch ergibt sich kein erhöhtes BK-Risiko; im Einzelfall mag es sogar leicht zurückgehen!

Ist denn überhaupt nachgewiesen, dass Ihre Eierstöcke weitgehend erloschen sind. Dafür können die Werte für LH, FSH, AMH (mit Vit D) herangezogen werden.

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10.03.2025, 19:02 Uhr
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Meine anderen getesteten Werte waren:

17.10.25:

FSH: 38,57 mU/ml

LH: 18,72 mU/ml

LF:  0,49 kA

Vitamin D: 45,77 mg/ml

 

31.10.25:

FSH: 38,83 mU/ml

LH: 19,61 mU/ml

LF: 0,51 kA

Meine Ärztin hat nichts dazu gesagt,  ob meine Eierstöcke erloschen sind oder nicht. 

Wenn ich jetzt ebenfalls mit dem Ö anfange, steigt denn dann das Brustkrebsrisiko? Ich habe Sorge, da vorhandene Knötchen sich schon bei Änderung der HET verändert haben. 

Und anders gefragt: Würden die negativen Stimmungen auch unter Östrogenanwendung (ohne P.) weniger? 

Experte-Bohnet
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10.03.2025, 19:34 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Die hohen FSH-Werte weisen darauf hin, dass Sie Eierstöcke weitgehend erloschen sind und allenfalls eine geringe, aber durchaus mal wieder auflebende, Eierstockfunktion haben. Insofern ist es sinnvoll, Ö anzuwenden.

Das Brustkrebsrisiko steigt mit dem Alter, dem Körepergewicht an und die kombinierte Behandlung der WJ-Symptome erhöht das Risiko gering. Da Sie schlank sind, ist das Risiko vermutlich gering, aber nicht Null!

Es ist gut belegt, dass Frauen ohne GBM, die nur Ö anwenden, kein erhöhtes BK-Risiko haben. Dies kann "nachgeahmt" werden, wenn Sie sich z. B. eine s.g. Hormonspirale legen lassen. Dann ist es möglich, ausschließlich Ö anzuwenden. Sprechen Sie mit Ihren Ärzten vor Ort!

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11.03.2025, 06:51 Uhr
Kommentar

Danke!

Experte-Bohnet
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11.03.2025, 14:51 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

dafür nicht, sacht man in Hamburch!:-)