Erhöhtes DHT und DHEAS

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

30.04.2019 | 20:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Bohnet,

ich bin 40 Jahre alt und habe seit einiger Zeit mit Haarausfall, Akne und Hirsutismus zu kämpfen. Nun war ich beim Arzt und es wurden einige Werte bestimmt und es kam heraus, dass das DHT (461 pg/ml Referenz: 24-368) und DHEAS (2965 ng/ml Referenz: 1600-2800) erhöht sind. 

Ich nehme keine Hormone und habe einen regelmäßigen Zyklus (28 bis 30 Tage). Ich habe auch keine Wechseljahresbeschwerden. Ich hatte vor Jahren schon mal eine Hyperandrogenämie. Dort wurde auch PCOS und AGS ausgeschlossen. Ich bin auch bei beiden Schwangerschaften sofort schwanger geworden.

Woher können die erhöhten Werte kommen und was kann ich dagegen nehmen? Die Pille kommt für mich nicht mehr in Frage. Der Haarausfall belastet mich ganz schön...

Ich danke für Ihre Antwort!

Helfen Sie mit Ihrer Bewertung: Ja, dieses Thema ist hilfreich!

5
Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
Beitrag melden
06.05.2019, 21:04 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Wenn überhaupt haben Sie eine leichte Hyperandrogenämie! Das DHT ist laboranalytisch schwer zu bestimmen und deshalb kein zuverlässiger Parameter. In Ihrer Altersgruppe wäre das DHEAS völlig normal; der Normbereich ist altersabhängig. Wichtig wäre evtl. noch das SHBG, um die Situation besser ein zu schätzen. Kurzum ich bin nicht überzeugt, dass der Haarausfall bei Ihnen hormonell bedingt ist, zumal Sie ja Angaben machen, welchen für einen guten Zyklusablauf sprechen. Wurde bereit Zink und Ferritin kontrolliert?

Es kommen lokale Maßnahmen in Betracht; da wäre ein Hautarzt an zu sprechen.

Das Progesteron gilt als natürliches Anti-Androgen; insofern wäre ein Therapieversuch mit 200 mg Prog. von Tag 15 bis 25 zu erwägen oder alternativ ein leicht anti-androgen-wirksames Gestagen, wie z.B. 2 mg CMA.

Beitrag melden
07.05.2019, 09:19 Uhr
Kommentar

Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Die Zugabe von Progesteron hatte ich auch überlegt, da meine zweite Zyklushälfte verkürzt ist. 

Das SHGB lag bei 50.6 nmol/l (Referenz: 18-144), Ferritin bei 34.2 ng/ml (Referenz: 10-120). Zink hatte ich auch bestimmen lassen und war im Referenzbereich.

Was sagen Sie zum SHGB?

Vielen Dank!

Experte-Bohnet
Beitrag melden
08.05.2019, 07:22 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Dann sind die Werte alle perfekt! Wie schon erwähnt, würde ich einen Hautarzt um zusätzlichen Rat fragen. Die Ursache des Haarausfalles liegt auch meist 3 Monate vor dem Geschehen! Möglicherweise hatten Sie davor "Stress", was dann natürlich auch den Zyklusverlauf mal beeinträchtigen kann. - Ich würde es locker sehen!

Beitrag melden
08.05.2019, 12:05 Uhr
Kommentar

Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Vielleicht sollte ich das einfach "aussitzen"....

Experte-Bohnet
Beitrag melden
09.05.2019, 07:35 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Geduld zahlt sich häufig aus! In einem gewissen Rahmen ist es auch normal, dass mal die Haare vorübergehend stärker ausgehen. Da spielen bekannterweise sogar die Jahreszeiten eine Rolle!

Beitrag melden
10.05.2019, 20:06 Uhr
Kommentar

Hallo Herr Dr. Bohnet,

leider lässt mir das Thema keine Ruhe. Ich habe noch einen erhöhten Wert gefunden: Androstendiol-Glucuronid liegt bei 7.4 ng/ml (Referenz <6.2 ng/nl). Das würde ja dann doch dafür sprechen, dass meine Haare/Haut auf das DHT reagieren, oder? 

 

Experte-Bohnet
Beitrag melden
11.05.2019, 07:12 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Wie Sie selbst sehen, ist dieser Wert grenzwertig erhöht! Wenn der Zyklus, z.B. auf Belastungen, mal nicht optimal abläuft, fällt das (körpereigene "Anti-Androgen") Progesteron aus und die Eibläschen reifen nicht optimal aus, sodass passagäre (leichte) Erhöhungen der Androgene vorkommen kann. - Es bleibt letztlich Ihnen überlassen, ob Sie (stark wirksame) Anti-androgene einnehmen wollen!