L-Thyrox absetzen

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

02.07.2019 | 09:32 Uhr

Hallo,

ich nehme seit mehr als 10 Jahren L-Thyrox wegen einer angeblichen Unterfunktion. Zuletzt seit Jahren L-Thyrox 100. Im Januar 2019 lag mein TSH bei 0,75. Daher ist mein Hausarzt mit dem L-Thyrox auf 75 runtergegangen. Seitdem geht es mir schlecht. Ich habe Schlafstörungen, Zyklusstörungen, verschwommense sehen, Herzrasen, Zittern, schwere Beine, Schwindel. Mein Hausarzt meinte, das komme nicht von der Schilddrüse.

Ende Juni habe ich bei einer Heilpraktikerin Blut abnehmen lassen, da sich mein Hausarzt geweigert hat. Da lag der TSH bei 1,16 (0,22 - 4,46), der ft3 bei 3,41 (2,3 - 3,8) und der ft4 bei 1,74 (0,9 - 1,6) , MAK-TPO 44 (<60). Dies deutete auf eine Überfunktion hin. Daraufhin habe ich mir einen Termin beim Nuklearmediziner (Endokrinologe) geben lassen. Dieser hat meine Schilddrüse mittels Ultraschall untersucht. Meine Schilddrüse hat keine Knoten, ist klar abgegrenzt und hat ein Volumen von 8,8 ml. Er war der Meinung, ich brauche überhaupt kein L-Thyroxin nehmen, meine Schilddrüse sei völlig in Ordnung. Ich solle das L-Thyrox ausschleichen (6 Wochen 50, dann 6 Woch 25 und dann Schluss). Die Schilddrüse habe ihre Arbeit wohl wieder aufgenommen und könne auch noch wachsen. Blutwerte sind laut Labor des Nuklearmediziners völlig im Normalbereich (habe sie leider hier gerade nicht vorliegen), keine Antikörper.

Ich nehme nun seit 3 Wochen L-Thyrox 50. Ich hatte das Gefühl, dass nach ca. 1,5 Wochen der Schlaf besser wurde und auch die Unruhe und der Schwindel. Doch nun werden die Symptome wieder schlimmer. Kann ich jetzt schon auf 25 Mikrogramm reduzieren? Ich habe das Gefühl, meine Schilddrüse "wehrt" sich gegen die Hormone von aussen. Am liebesten würde ich die Tabletten sogar schon ganz weglassen. Ich habe das Gefüh, hierbei handelt es sich nicht mehr um Überfunktionssymptome sondern um Nebenwirkungen, dass ich seit der Reduzierung das Medikament nicht mehr vertrage.

 

Ich habe auch schon gehört, dass es die Schilddrüse entweder tut oder nicht. Da braucht man auch keine Hormone. Ich habe die Nase voll von den Nebenwirkungen (seit nunmehr 5 Monaten). Oder riskiere ich damit eine Entzündung der Schilddrüse.

Ich würde am liebsten die L-Thyrox weglassen und Selen zu mir nehmen (es liegt laut Blutwerten mit 90  Referenzbereich 93 - 150) ein Mangel vor. Meine Versorgung mit Jod ist laut Blutbild vollkommen im grünen Bereich.

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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04.07.2019, 08:23 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

In der Tat können Ihre Beschwerden kaum der SD-Therapie zu geordnet werden; mit dem L-T nehmen Sie ja das körpereigene Hormon und haben einen früheren Mangel damit aus geglichen. Inzwischen scheint ja die SD-Funktion wieder ingang gekommen zu sein. Ich würde mich der Meinung anschließen, dass Sie schrittweise das L-T absetzen; ich würde allerdings raten, tats. eine kleine Menge Jod ein zu nehmen, da üblicherweise es nicht im Blut bzw. Urin kontrolliert werden kann und die meisten kaum 2 - 3 x pro Wo Seefisch o.dgl. essen. S.u.a. medivital.eu (Jod, Selen, Folsr.!)